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Unser Ensemble

Neue Presse, Coburg 14. März 2017


Lieber Knut, liebe Melchior Francken, liebe Geburtstagsgäste!

Ihr Lieben hört, ich will Euch sagen, so hat es sich zugetragen.
80 Jahre ist es her, dass die Wehen plagten sehr.
Doch voll Freude kann man sagen, dass die Plagen Früchte tragen.
Wen ich meine, wisst Ihr wohl, dieser Mensch ist einfach toll.
Seines Lebens Reiseplan, keiner so leicht nennen kann.
Kindheit, Schule, Studium, so schnell ging die Zeit herum.
Frau und Kinder sind die Freude, doch auch Quell von manchem Leide.
In dem Manne wohnt die Kraft, die so vieles Große schafft.
Was Ihn treibt sind viele Dinge, und die Musica erklinge -
Jeder Ton ob noch so klein, soll etwas Besonderes sein.
So ist schnell erzählt die G‘schicht in dem kleinen Knut-Gedicht.

Kennt Ihr das, kennt Ihr das Ihr Lieben, wenn die Musik fließt. Wenn sie wie ein Strom durch die Adern fließt. Wenn sie Dich mitnimmt auf ihrem Weg, wenn sie deinen Weg begleitet, bestimmt und bahnt.
Wer anders als unser lieber Knut ist hierfür das beste Beispiel. Wenn man ein wenig in die Familienhistorie schaut dann weiß man, dass Ihm die Liebe zur Musik mit in die Wiege gelegt wurde. Bis auf den Urgroßvater, den Kantor Heinrich Sorge, der den Heldritter Gesangverein gegründet hat, lässt sich die Spur verfolgen.

Aber man wird natürlich nur zum Teil mit solch einer musikalischen Gabe geboren. Ein anderer Teil kommt durch die prägenden Einflüsse der musikalischen Zeitgenossen. 
Wie eine wundervolle Perle aus einem kleinen Sandkörnchen entsteht, so hat Knut seine musikalische Gabe weiterentwickelt. So hat die Musik in seinem Leben Raum gefunden.
Die Gruppe musizierender Lehrern, die sich: Kaiser Wilhelm nannten, stand ganz zu Beginn.
Und ein gewisser Franz Peters Marquard hat wohl den Anstoß gegeben, dass Knut Gramß zum Schatzgräber, Schatzheber und Schatzbewahrer in Sachen Melchior Frank wurde.

Schon über 50 Jahre ist es her, dass sich ein harter Kern von Musizierenden zusammenfand, die dann als Melchior Frank Kreis über so viele Jahre unter Leitung von unserem Knut die Schätze der alten Musik zum Leben erweckten.

Das der Melchior Franck Kreis gelegentlich auch als Melchior Gramß- Kreis tituliert wurde unterstreicht die Bedeutung die Knut für unseren Musikkreis hat.

Doch auch wie er Gleichgesinnte fand ist so typisch für den  Knut. Da hat jeder von uns seine eigene kleine Geschichte. Ob es der liebe Peter Ulrich war, der über ein Notenblatt mit seiner Laute den Weg zu uns fand, oder die Flötenmädchen (Geli und Carola). Oder ob es der Chorgesang war an einem Erlanger Singwochenende, wo die Begeisterung für die Musik erwuchs wie bei Otto, oder Edda die einfach so Freunde findet in Knut und Heidi. Oder die Lehrerkollegen die miteinander die Musikleidenschaft teilen. 

So viele Aktivitäten legt der Knut an den Tag. Und so viele Menschen gehören dazu. 
Wie Klaus Heumann und die Singwoche in Sulzbürg. 
Wo nimmt Knut nur die Ideen her für all die Geschichten wie: 
„Die Räuber von Kardemomme“, „Der Stier Fernando“, „Die Reise ins Blaue“,“Zirkus Hallodria“, „Ein Käse für den König“ oder „Der Wassermann in der Mühle“.
Und die Musik ist lebendig und begeistert Scharen von Kindern und Erwachsenen.

Die Chor- und Orchesterwoche in Hinterschmiding, die von dem großartigen Chorleiter Gottfried Wolters ins Leben gerufen wurde gehört seit viele Jahre zum festen Musikprogramm von Knut und Heidi genauso wie die Singwochenenden in Erlangen. 
Viele mit denen ich gesprochen hab sagen Gottfried Wolters hat einen besonderen Einfluss gehabt. Sein Geist scheint noch in der Chorwelt zu schweben. Und wie er es so angepackt hat. Aus der kleinen Liedzeile hat er die Musik gemacht, die einen jeden bewegte. Das hat den Funken beim Knut entzündet.
Und der Interpretationskurs für Alte Musik in Lichtenberg im Haus Marteau, den Knut ins Leben gerufen hat. Das ist meiner Meinung nach die beste Art das Jahr zu beginnen.

Sollt‘ ich Ihn beschreiben unseren Knut, dann ist er der Musiker und der Lehrer. Er ist erfüllt von so einer Neugier und Zielstrebigkeit. Er ist offen und weiß doch, was er will.
Die Musik soll nicht nur schön sein. Wie man sie macht, damit sie einen ergreift und begeistert, daran hat der Knut sein ganzes Leben lang gearbeitet, getüftelt, und gelernt.
Der kreative Mensch lies die Worte und Töne nicht ruhen bis sie in rechter Manier im Ohr des Lauschers zum Wohlklang vereint ergötzten.

Welch wunderlicher Reigen an Sprache aus deinem Munde floss, an deinen Lippen labten sich viele Genießer klugen Wortflusses.

All die Programme, die Du in feiner Manier aneinandergereiht. Ein Thema und dann all die Idee. Im Kopf schon hast Du alles gehört, nun musste nur noch die Realität zum Klingen gebracht werden.

Die Neugier ist aber nicht nur in der Musik sondern auch im Leben da. Neue Sprachen gehören dazu, genauso wie Du die Menschen in den fernen Urlaubsländern auch tatsächlich kennen lernen wolltest. Und dafür ist die Musik die Universelle Sprache.

Aus der Familie kam die Musik und in die Familie hast Du die Musik gebracht.

Und um Dich hast Du Menschen geschart, die zu Deiner großen Musikfamilie geworden sind.
Bei uns allen, nicht nur bei Deinen Schulkinder hast Du mit großer Geduld und stetigem Üben, manchmal auch mit kritischer Mahnung die Musik zum Klingen gebracht für die Ohren und die Herzen.

Und so, Du lieber Knut, lass Dich nun feiern im Kreise Deiner Familien.
Lass Dir danken für all die Worte, die Energie, die Ideen und die Musik. 
Lass herzlich Dir gratulieren und lass Dich drücken.

Diese Rede entsprang der Feder und wurde vorgetragen von Gambistin Dr. Susanne Fischer, Ensemblemitglied des Melchior-Franck-Kreises am 1. April 2017 im „Alten Heldritter Pfarrhaus“, anlässlich der Geburtstagsfeier für Knut Gramß

 
Vom 18. bis 22. Juni 2014 feierte der Melchior-Franck-Kreis sein 50-jähriges Bestehen mit einer Reise ins Elsass. Nachdem zwei Jubiläumskonzerte – am 25.5. in der Erlanger Sebaldkirche und am 31.5. im Riesensaal der Coburger Ehrenburg – gut über die Bühne gegangen waren, eine kleine Ausstellung über Franck und den Kreis, sowie die Lorbeerbekränzung sowohl des Melchior-Franck-Denkmals am Schlossplatz in Coburg als auch des Leiters und Gründers Knut Gramß stattgefunden hatten, war eine kleine Konzert- und Erholungsreise hochverdient.
Vor vielen Jahren hatte Knut Gramß mit der ganzen Familie Urlaub im Elsass gemacht und war in Hunawihr bei Bürgermeister Fernand Ziegler gelandet. Den fragte er, ob er nicht einen Campingplatz wüsste und so durfte die Familie auf einer Wiese des Bürgermeisters ihr Zelt aufschlagen und blieb dort mehrere frohe Tage lang. Ja, und dieser Fernand Ziegler war nicht nur Bürgermeister der kleinen Gemeinde, sondern auch ein hervorragender Winzer und so hielt die Verbindung über die Jahre hinweg. 
Auch als Fernand 2001 starb, ging der Kontakt mit Frau Ziegler und den Söhnen weiter, die ihren Wein auch nach Deutschland liefern.
 


Da war 2013 im Herbst die Idee geboren: „wollen wir nicht ins Elsass fahren?“. Es wurde geplant, Wohnungen zur Übernachtung gesucht – bei Zieglers selbst und bei anderen Weingütern des Ortes –  der Bus bestellt, Restaurants eruiert, in die man mit einer Meute von mehr als 20 Personen „einfallen“ und zu noch bezahlbaren Preisen speisen kann. 
Leider kam nur ein Konzerttermin in der evangelischen Kirche Riquewihr zustande mit wenigen, aber sehr interessierten Besuchern, denn: die Werbung hatte nicht funktioniert ( Plakate und Flyer kamen am Tag nach dem Konzert an!) und vielleicht war die falsche Uhrzeit gewählt. Um 20 Uhr sitzen Elsässer und Tagesgäste meist noch beim Abendessen. Außerdem war gerade Fußballweltmeisterschaft  ...
Das alles konnte den Mitgliedern, die fast sämtlich mitgereist waren, die Stimmung nicht verhageln, war doch das Wetter ausgesucht schön und die Gegend zauberhaft. Es gab Ausflüge zur Haut-Kœnigsbourg, nach Obernai und zum „Flammkuchenkaiser“, einen Abstecher zum heiligen Berg der Elsässer, dem Odilienberg und in den Ort Kayserberg, eine Weinprobe mit viel Musik im Weinkeller bei Zieglers und einen herrlich sonnigen Tag in Colmar mit exzellentem Abendessen im „L’Arpège“ zum Abschluss.
Der sehr umsichtige Busfahrer führte sein Gefährt sicher auch durch die verwinkeltsten Gässchen und brachte die Truppe am Sonntag wieder gut nach Bamberg, Kaltenbrunn und Coburg zurück.



Ein herzliches Dankeschön sei allen gesagt, die zu dem Gelingen dieser Fahrt beigetragen haben!